Frauen zählen – Geschlechterverhältnis in der Kunst

Fokus

FATArt – Elisabeth Eberle – 

15 PUBLIKATIONEN VON GRAPHIC DESIGN STUDIERENDEN DER HOCHSCHULE LUZERN DESIGN & KUNST ZU ELISABETH EBERLES ARCHIVPROJEKT ZU DEN GESCHLECHTERVERHÄLTNISSEN IN DER KUNST.

Vor mehr als 10 Jahren setzte sich die Zürcher Künstlerin Elisabeth Eberle ans Werk. Verunsichert und verärgert aufgrund der ungleichen Geschlechterverhältnisse in der Kunstszene, der unausgewogenen Kunstfinanzierung der Kulturdepartemente und besonders der offenbaren Gleichgültigkeit und ärmlichen Ausreden der Entscheidungstragenden stürzte sich die Künstlerin auf die Archive, um diese unschöne und intransparente Seite der Kunstwelt ans Licht zu bringen.

Eberles Archivprojekt umfasst Finanzierungsstatistiken, historische Daten, Fallbeispiele, Ausstellungsforschung und Zeitungsartikel sowie eine ironisch-kritische Fotoreihe an „Lockdown-Selfies“: Die Künstlerin inszeniert sich jeweils mit Mundschutz – symbolisch für die emotionale Überlagerung einer langjährigen Arbeit, die schlussendlich während des Lockdowns kulminierte.

Frauen zählen. ist beeindruckend, umfangreich und sogleich erschütternd – eine Veranschaulichung von langandauernder Ungerechtigkeit, eine Konfrontation mit Vergangenheit und Gegenwart, die die Zukunft teilweise düster und unveränderlich erscheinen lässt.

In Kooperation mit Studierenden der Hochschule Luzern Design & Kunst gewinnt Eberles Archiv an frischem Wind und neuen Zukunftsansätzen.

Im Rahmen ihres Graphic Design Studiums präsentieren die 15 Studierenden verschiedene visuelle und thematische Zugänge zum Thema in Form von individuellen Buchpublikationen. Die Buchobjekte wurden während einer intensiven, sechswöchigen Auseinandersetzung gestaltet und produziert. Nebst Eberles Archiv standen den Studierenden eine 2019 veröffentlichte swissinfo Studie und Interviews zu den Geschlechterverhältnissen in der Kunstwelt zu Verfügung, sowie der direkte Dialog mit der Künstlerin.

Variierend von künstlerisch und revolutionär zu faktisch und historisch, bersten alle Ansätze vor Potential, Emotionalität und – trotz der Konfrontation mit fatalistischen Daten – vor rebellischem Kampfgeist und innovativen Ideen.

Vom inter-generationellen Diskurs profitierten nicht nur alle Teilnehmende, das Zusammenwirken der beiden künstlerischen Werke orientiert Frauen zählen. mit Zukunftsblick nach vorne. Eberle selber sieht darin die „Hoffnung einer neuen Generation“.

Physisch hinter Vitrinen ausgestellt werden die Buchobjekte im Kosmos zusätzlich im Videoformat auf einem Tablet durchgeblättert. In einem zweiten Ausstellungsteil zeigen Fotografien von Zoe Tempest Eberles Archiv im Helmhaus Zürich, wo dieses noch im selben Jahr im Rahmen der Gruppenausstellung „Zirkuliere! Eine Konspiration“ ausgestellt war. Untermalt mit einem Interview zwischen Eberle und der Professorin Dorothee Richter wird das Archiv und dessen Thematik für Besuchende veranschaulicht.

Die Kooperation zwischen Eberle und den Studierenden öffnet ein Universum an verschwiegenen Ungleichheiten, aber in erster Linie auch eine grosse Breite an Perspektiven, Zugängen und Zukunftsvorschlägen für eine geschlechtergerechte Kunstwelt – ein Kosmos im Kosmos.

Elisabeth Eberle wurde in Kanada geboren, lebt und arbeitet in Zürich. Ihr Werk umfasst verschiedene Medien von Skulptur zu Zeichnung und Video, doch auch ihr Archivprojekt Frauen zählen. (2010-2021) wurde 2019 und 2020 an der FATart Fair sowie 2021 im Helmhaus Zürich ausgestellt.

Die Graphic Design Studierenden sind im dritten und letzten Jahr ihres Bachelorstudiums an der Hochschule Luzern Design & Kunst. Die Leiterin der Studienrichtung Graphic Design, Monika Gold, leitete nach einem Besuch der Helmhaus Zürich Ausstellung «Zirkuliere! Eine Konspiration» die Kollaboration in die Wege.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 14.01.22 bis zum 17.04.22 im Kosmos Buchsalon Zürich.

FATrendezvous: Gespräch mit Elisabeth Eberle, den Studierenden und ihren Dozierenden, Megi Zumstein und Valentin Hindermann und der Leiterin der Studienrichtung Graphic Design, Monika Gold am 27.01.22 im Kosmos Buchsalon um 18.00 Uhr ist aus pandemischen Gründen verschoben.

Weitere Informationen folgen.

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