4 Fragen an Karin Lanz – Unternehmerin LANUR.SWISS

Karin

Alles, was ich in meinem Leben gelernt habe, jede Ausbildung, hat mich unbewusst auf das Unternehmertum vorbereitet. Heute nutze ich wirklich alles, was mir mal begegnet ist. Als Damenschneiderin habe ich über Materialien gelernt, was mir heute das nötige Wissen für die Entwicklung meiner Verpackungen gibt. Ausserdem spreche ich die Sprache einiger meiner wichtigsten Geschäftspartner, weil diese aus der Textilindustrie kommen.

Die Berufsmatura in Kunst hat mir das Rüstzeug gegeben, um mit dem Design meiner Produkte sogar für den Schweizer Designpreis nominiert zu werden. KV und Handelsdiplom haben mir die Basis für mein geschäftliches Bestreben geliefert. Meine Arbeit beim Fernsehen hat mich in unterschiedlichster Weise in Kommunikation geschult. Nicht zuletzt hat mich die Zeit bei nano 3sat geprägt und mich geschult, in einem wissenschaftlichen Kontext die richtigen Fragen zu stellen, um direkt zum Kern der Sache vorzudringen.

Was ich auch tat, es war immer Intuition mit einer Portion Vision. Mit 40 eine Firma zu gründen klingt nach Spontaneität. Tatsächlich war es die einzig logische Konsequenz eines Lebens, in dem ich nichts verschwendet habe – keine Erfahrung, keine Niederlage, keine Begegnung. Meine Entscheidungen waren immer geprägt von der Suche nach Wahrheit und dem inneren Bestreben, mich nicht zu verbiegen.

Ich war überall eine Nervensäge – in meiner heutigen Position nennt man das disruptiv.

Karin Lanz

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SWONET: Was fasziniert und begeistert Dich an Deiner Arbeit?

Karin Lanz: An meiner Arbeit fasziniert mich die Ganzheitlichkeit. Kein Schritt meiner Firma, meines Brands, der nicht mit meinen eigenen Prozessen zu tun hätte. Alle meine Kontakte, Lieferketten und Partnerschaften sind ebenso persönlich wie sorgfältig gewählt. Das gibt mir jeden Tag das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das viel grösser ist als ich – ein Ökosystem, das sich an den Gesetzen der Natur orientiert und stetig weiter wächst.

 

SWONET: Wie betrachtest Du Karriere, früher und heute?

Karin Lanz: Früher ging es mir darum, in kürzester Zeit möglichst viel zu erreichen. Heute sind die Errungenschaften zwar bewegend, aber beständig. Früher ging es um mich, heute geht es um viel mehr

 

SWONET: Was ist Dein Rat für Berufseinsteigerinnen oder Gründerinnen?

Karin Lanz: Finde deine unverwechselbare Stimme. Finde deinen Kern und baue darauf deine Marke. Sobald du dich wohl fühlst und du dich entfaltest, so wird es auch dein Business tun. Perfekte Strategiepapiere bringen kein Geschäft in Bewegung, nur du, wenn du ins Tun kommst. Und das darf total unperfekt sein.

 

SWONET: Wie startest Du in den Tag?

Karin Lanz: Mit Dankbarkeit. Dazu atme ich bewusst und bewege mich noch ein bisschen. Nennen wir es Freestyle Tai Chi. Es ist eine Routine, aber nichts Verkrampftes.

 

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