
Als ich mit 16 Jahren gerade mein Bachelorstudium im Fach International Business begonnen hatte, war meine grösste Motivation zunächst, Sicherheit zu gewinnen und ein Fundament zu bilden. Drei Jahre später wusste ich, dass ich mich mehr für Economics als für Business interessiere, die Details waren aber immer noch nicht klar.
Ich begann dann mit 19 ein Masterstudium in Economic Development and Growth in Madrid, das ich kürzlich erfolgreich abschliessen konnte. Das letzte Jahr hat mir bestätigt, wo mein Interesse liegt: Wirtschaft, sei es im Rahmen eines Unternehmensorganismus, die Wirtschaftslage einer Nation, oder die Weltwirtschaft.
Wie viele junge Absolventen und Absolventinnen war auch ich nicht sicher wohin mit mir. Wo ich mir aber sicher war- ich möchte in keinen gewöhnlichen Bürojob, von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr, mit immer gleichen Aufgaben, einer stringenten Kommunikationslinie und null Raum für Kreativität.
So kam ich schnell auf die Idee mich bei einem Start Up zu bewerben. Nirgends sonst bekommt man so früh Verantwortung übertragen, muss agil sein und sich in einem dynamischen Umfeld wohlfühlen. Ideen werden gefördert und weitergedacht, Kreativität ist erwünscht und wird gebraucht.
Über eine einfach Google Suche bin ich auf Boum AG gestossen, ein Start Up aus Bern was automatisierte Bewässerungssysteme entwickelt. Mit der Vision, zu einer grünen Zukunft beizutragen, indem man Menschen ermöglicht in ihrem Alltag Pflanzen zuverlässig bewässern zu können.
Ich habe im Juni 2026 bei Boum als Business Development Associate angefangen und bin für die Entwicklung des B2B Geschäfts zuständig. Alle meine Vorstellungen von der Arbeit in einem Start Up wurden getroffen und übertroffen. Für Boum habe ich mich entschieden, weil ich Denken, und kreativ sein will. Ich will Verantwortung und ins kalte Wasser geschmissen werden. Ich will Kontakte knüpfen und zu einer Entwicklung und dem Unternehmenserfolg beitragen. Und mich bei all dem auch noch selbst entwickeln. Das alles ist es, was mein Job bei Boum mir bietet.
SWONET: Was fasziniert und begeistert Dich an Deiner Arbeit?
Lina Holzmann: Ich bin erst 20 Jahre alt, habe wenig Arbeitserfahrung und war noch nie auf einer Position wie dieser. Und trotzdem trage ich die volle Verantwortung für einen Geschäftsbereich. Ich arbeite direkt mit unserem CEO zusammen, mir wird vertraut und meine Meinung wird wertgeschätzt.
In der Vergangenheit war ich oft damit konfrontiert, dass meine Art, Prozesse zu hinterfragen und Probleme durch «andere» Ansätze, als die «Normalen» lösen zu wollen, eher auf Skepsis traf und meistens ignoriert wurde. Bei Boum ist das anders: Kritik wird nicht nur angenommen, sie wird gefordert. Weil Fehler entdecken und Lösungen für diese suchen das ist, was uns weiterbringt.
Jeder einzelne Kollege und Kollegin lebt die Start Up Mentalität. Wir mischen uns alle mal ein, sind alle laut und treiben gemeinsam das Unternehmen nach vorne. Ich bin damit in einem Arbeitsumfeld das nicht nur positiv ist, sondern was mich zu meiner persönlichen Entwicklung antreibt.
Was mich an meiner Arbeit am meisten begeistert und für mich das ist, was Boum von anderen Arbeitgebern abhebt ist meine Lernkurve. Ich habe in den letzten zwei Monaten so viel gelernt, and hard- sowie soft skills, wie ich es in meinem Alter bei nur wenig anderen Arbeitgebern hätte tun können.
Zum Schluss noch mein Bonus: Ich bin Teil davon, wie ein Start-Up zu einem Unternehmen wird. Teil dieser Entwicklung zu sein treibt mich an und motiviert mich, jeden Tag mein Bestes zu geben. Weil ich weiss, dass der Erfolg von Boum als Unternehmen auch von meiner individuellen Arbeit abhängt. Für mich ist das etwas Positives.
SWONET: Wie betrachtest Du Karriere, früher und heute?
Lina Holzmann: Ein «früher» in meiner Karriere gibt es nicht. Ich bin Berufseinsteigerin (Ich habe einen dualen Bachelor absolviert, daher habe ich etwas Erfahrung, aber keine nennenswerte.), das heisst mir steht die ganze Welt offen. Ich bin noch dabei, herauszufinden, was Karriere überhaupt für mich bedeutet.
Ist es Geld verdienen? Einen Job mit Sinn? Einen Beitrag zur Gesellschaft leisten? Erfinden? Auch mal selbst gründen?
Was ich auf jeden Fall weiss: Wie auch immer ich Karriere am Ende definieren werde, ich werde sie haben!
Und auch wenn ich mich bei Boum sehr wohl fühle, plane ich schon bald zu promovieren und einen Teil meiner Arbeitszeit der Forschung zu widmen und mich in diesem Bereich auf die Makroökonomie zu fokussieren. Aber ich kenne mich, nur eine Sache zu tun ist langweilig. Deshalb kann ich mir gut vorstellen weiterhin in Start Ups, oder vielleicht sogar in einem eigenen Unternehmen mitzumischen und nebenbei zu forschen.
SWONET: Was ist Dein Rat für Berufseinsteigerinnen oder Gründerinnen?
Lina Holzmann: In meinem Alter schon Ratschläge zu verteilen ist vermutlich etwas übermütig und ich möchte hier nichts sagen, wohinter ich nicht sicher stehen kann.
Ich habe allerdings ein Mantra, abgeschaut von Menschen in meinem Umfeld die mich inspirieren und die mir selbst schon den ein oder anderen Ratschlag gegeben habe: Höre niemals auf zu lernen.
Und, besonders wichtig für alle Frauen: Trau dich.
SWONET: Wie startest Du in den Tag?
Lina Holzmann: Oft starten meine Tage mit Sport. Ich bin aktive Läuferin und gehe am liebsten direkt morgens in den Wald oder auf die Bahn.
Die andere Option für gemütliche Tage: Kaffee im Bett und lesen. Neben meinem Bett liegt immer ein Sachbuch, meistens zu Wirtschaft oder Politik, was ich am liebsten direkt nach dem Aufwachen lese. Auch wenn es nur 30 Minuten sind, gibt mir ein bisschen Futter für das Gehirn die nötige Energie, um den Tag zu bestreiten.